Die Opfergemeinde Ramlinsburg
«Meist ist es nicht so schlimm,wie man sich das im Vorfeld so vorstellt», hiess es im Leitartikel vom 24. März in der «Basellandschaftlichen Zeitung – BZ». Die Journalistin, welche dies im Zusammenhang mit der erstmaligen Platzierung von 50 – 80 Asylbewerbern in der Oberbaselbieter Gemeinde Ramlinsburg mit 710 Einwohnern schrieb, hat gut lachen, wohnt sie wohl kaum in der betroffenen Gemeinde!
Das Sozialamt Baselland suchte schon einige Zeit nach weiteren Unterkünften im Kanton und wurde auch fündig. Anton Zurfluh aus Ramlinsburg, ehemaliger Gemeindepräsident und SVP-Politiker, so- wie Besitzer des früheren Restaurants «Station Lampenberg» war laut «BZ»-Recherchen jedoch in dieser Sache etwas wortkarg. Bloss eine wichtige Aussage war ihm zu entlocken: «Das Geschäft ist eine Geben und Nehmen.»
Das Sozialamt Baselland erklärte auch, dass es ihm (dieser Amtsstelle) nicht obliege zu entscheiden, ob sich ein Asylbewerber zu Recht in der Schweiz aufhalte. Seine Aufgabe bestünde darin, für die Betroffenen eine zweckmässige Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Drei Bedingungen müssten hierbei erfüllt sein, damit eine Unterbringung in Frage kommt: Diese soll nicht unterirdisch sein – jedoch an der Peripherie der Gemeinde liegen. Zudem sollen die Asylbewerber Anschluss an den öffentlichen Verkehr haben.
Obschon das genannte Restaurant nicht im Dorfzentrum liegt, fühlen sich viele Ramlinsburger verschaukelt. Dass der Bund dem Kanton Baselland 3,7 Prozent der in der Schweiz «Zuflucht» suchen- den Asylbewerber (wie viele sind denn wirklich Verfolgte?) zuteilt, ist leider eine Tatsache. Im Jahr 2006 stimmte der schweizerische Souverän über das neue, revidierte Ausländer- und Asylgesetz ab. Christoph Blocher brachte seine Vorschläge als damaliger Bundesrat durch. Trotzdem ist dieses Gesetz heute nicht mehr als ein Papiertiger geblieben!
Viele kleine Gemeinden sehen sich hierbei ausser Stande, ihr Kontingent (wenn dies auch nur wenige Personen betrifft) aufzunehmen, da die Unterbringungsmöglichkeiten halt begrenzt sind und zudem vieles andere für solche Absichten nicht passend ist. Dass es dann die «Dummen» trifft, weil einer unter ihnen ein Geschäft machen will, ist sozusagen ein Eigentor. Bestimmt wird die eine oder andere Flüchtlingsorganisation dem Hauptakteur noch einen Preis für sein «humanes» Handeln zukommen lassen!
Veröffentlicht: 25. März 2009 unter Migration.

